Sauerstoffgehalt des Blutes

Sauerstoffsättigung: Was ist das? Die Sauerstoffsättigung gibt an, wie viel Sauerstoff (O2) das Blut zum Zeitpunkt der Messung transportiert. Der Wert wird üblicherweise in Prozent angegeben. Der Blutsauerstoff bewegt sich überwiegend nicht frei durch die Blutgefäße, sondern wird von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befördert.

Sauerstoff wird über die Lunge in den menschlichen Körper aufgenommen. Von dort aus fließt es zunächst in kleinen Kapillaren, dann in immer größeren Blutgefäßen zum Herzen. Das lebenswichtige Organ pumpt das sauerstoffreiche Blut anschließend in Arterien in den großen Blutkreislauf, der auch als Körperkreislauf bekannt ist.

Bedeutung des Blutsauerstoffs

Der Blutsauerstoff wird von allen lebenden Zellen des Körpers benötigt. Ihr Stoffwechsel ist auf das gelöste Atemgas angewiesen. Wenn die Zellen keinen Sauerstoff erhalten oder unter einem Mangel leiden, können sie absterben. Menschen unterscheiden sich dahingehend, wie effizient ihr Organismus den Blutsauerstoff verwertet.

Vor allem für das Gehirn ist Sauerstoffmangel sehr kritisch. Er kann u. a. Hirnareale zerstören oder zum Tod führen. Eine niedrige Sauerstoffsättigung kann jedoch mit einem Sauerstoffgerät (weitere Infos) ausgeglichen werden.

Messung der Sauerstoffsättigung

Verschiedene Möglichkeiten kommen in Frage, um die Sauerstoffsättigung zu messen. Am häufigsten wird der Sauerstoffgehalt des arteriellen Blutes gemessen.

Zu den Messverfahren gehören die Pulsoxymetrie, die auf einen Sensor zurückgreift, und die Blutgasanalyse, bei der Blut aus einer kleinen Arterie (z. B. am Ohrläppchen) entnommen wird.

Normalwerte und kritische Grenzen

Die Sauerstoffsättigung des Blutes beträgt für gewöhnlich nicht 100 %, sondern liegt bei einem gesunden Erwachsenen bei rund 98 %.

Eine zu hohe Sauerstoffsättigung ist eventuell sogar problematisch, da sie oft mit einer verringerten Konzentration an Kohlenstoffdioxid im Blut einhergeht. Eine solch hohe Sauerstoffsättigung kann entstehen, wenn die Atemzüge besonders tief und schnell sind. Dies stellt unter anderem ein Problem bei der Hyperventilation dar.

Die Sauerstoffsättigung sollte nicht unter einen Wert von 96 % sinken. Andere Quellen gehen von einer unteren Grenze von 94 % aus. Bei älteren Personen kann auch eine Sauerstoffsättigung von 90 % normal sein. Im Zweifelsfall ist deshalb eine Einschätzung durch einen Arzt erforderlich.

Auf eine geringere Sauerstoffsättigung reagieren verschiedene Menschen sehr unterschiedlich. Während der Organismus einiger Personen eine große Toleranz hinsichtlich Abweichung aufweist, manifestieren sich bei anderen Personen bereits bei einer leichten Verminderung die ersten Symptome.

Einflussfaktoren und Krankheiten

Nicht nur die Sauerstoffmenge im Blut beeinflusst den Sättigungswert. Kohlendioxid, ein anderes Atemgas, spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Des Weiteren verändert sich die Sauerstoffsättigung in Abhängigkeit von der Temperatur und vom pH-Wert des Blutes. Dieser wird im Normalfall vom vegetativen Nervensystem überwacht und reguliert. Probleme in diesem Bereich haben deshalb ebenfalls das Potenzial, sich auf den Sauerstoffwert auszuwirken.

Extremes Übergewicht kann zu einer Beeinträchtigung der Lungenaktivität führen. Insbesondere im Schlaf ist dadurch ein vorübergehendes Aussetzen der Atmung möglich, was sich in einer geringen Sauerstoffversorgung des Blutes niederschlagen kann.

Krankheiten wie COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), Lungenembolie oder respiratorisches Versagen können ebenfalls einen Abfall der Sauerstoffsättigung zur Folge haben. Eine Krankheit muss jedoch nicht direkt die Lunge betreffen: Auch bei Niereninsuffizienz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Komplikationen bei Diabetes ist eine geringe Sauerstoffsättigung möglich.