Vererbung der Blutgruppen

Entsprechend den so genannten Mendelschen Erbregeln erfolgt die Vererbung eines bestimmten Blutgruppenmusters, welches ein Leben lang gleich bleibt. Benannt wurden die Erbregeln der Blutgruppenvererbung nach dem Naturwissenschaftler Gregor Johann von Mendel. Anhand systematischer Kreuzungsversuche von Erbsen mit Bohnen konnten die daraus resultierenden Erkenntnisse auf alle geschlechtlichen Vorgänge der Fortpflanzung übertragen werden.

Wie werden die Blutgruppen vererbt?

Über das AB0-Blutgruppensystem werden die Blutgruppen des Menschen nach unterschiedlichen Antigen-Merkmalen der roten Blutkörperchen wie folgt eingeteilt:

  • Blutgruppe A: Antigen A, Antikörper gegen Blutgruppe B
  • Blutgruppe B: Antigen B, Antikörper gegen Blutgruppe A
  • Blutgruppe 0: keine Antigene, Antikörper A und B
  • Blutgruppe AB: Antigene A und B, keine Antikörper

Die Vererbung der Blutgruppen

Bei jedem Menschen sind zwei Antigen-Merkmale vorhanden, von denen aber nur eins an die nächste Generation vererbt wird.
Die Blutgruppe eines Neugeborenen setzt sich somit aus den vererbten Merkmalen von Mutter und Vater zusammen. Die Merkmale A und B weisen dabei eine unterschiedliche Wertigkeit auf, gegenüber dem Antigen 0 erfolgt jedoch immer eine dominante Vererbung. Je nach vererbten Antigen-Merkmalen können sich für Kinder unterschiedliche Kombinationen ergeben.

Es erfolgt aber immer eine Unterdrückung des Merkmals 0 durch das A- oder B-Antigen, was als rezessive Vererbung bezeichnet wird. Somit dominieren immer die Blutgruppen A oder B bei einer Kombination vom dominanten A- oder B-Merkmal mit rezessivem 0-Merkmal. So können Menschen mit der Blutgruppe A entweder zweimal das Antigen A besitzen(AA, reinerbig) oder aber die Kombination A0 (mischerbig). Bei letzterer Kombination erfolgt eine rezessive Vererbung der Blutgruppe 0, die somit unterdrückt wird. Gleiches gilt natürlich auch für die Blutgruppe B. Bei Menschen mit der Blutgruppe AB sind beide Antigene vorhanden, sie werden dabei gleichrangig vererbt.

Daraus können sich bei der Blutgruppenvererbung folgende Kombinationen ergeben:

  • Eltern A und A – Kind A oder 0
  • Eltern A und B – Kind A, B, AB oder 0
  • Eltern A und AB – Kind A, B oder AB
  • Eltern A und 0 – Kind A oder 0
  • Eltern B und B – Kind B oder 0
  • Eltern B und AB – Kind A, B oder AB
  • Eltern B und 0 – Kind B oder 0
  • Eltern AB und AB – Kind A, B oder AB
  • Eltern AB und 0 – Kind A oder B
  • Eltern 0 und 0 – Kind 0

Der Rhesus-Faktor

Auch die Vererbung des Rhesus-Faktors erfolgt nach den Mendelschen Erbregeln.
Unterschieden wird beim Rhesus-System zwischen Rhesus-positiv (Vorhandensein des Merkmals) und Rhesus-negativ (Fehlen des Merkmals).

Gene, welche die Bildung des Antigens bewirken, werden als D-Gene bezeichnet. Es existieren auch die d-Gene, bei denen das Rhesus-Antigen nicht gebildet wird.
Das Rhesus-Merkmal besitzt jeder Mensch zwei Mal, auch hier wird nur eins davon an die nächste Generation vererbt.

Die Gene D und d werden dabei in bestimmter Erbfolge weitergegeben. Das D-Gen ist gegenüber dem d-Gen dominant, es entscheidet somit über den Rhesus-Typ. Ist ein Mensch Rhesus-positiv, kann er die Kombination DD (reinerbig) oder Dd (mischerbig) besitzen, ein Rhesus-negativer Mensch besitzt ausschließlich die reinerbige Kombination dd. Sofern die Eltern beide Rhesus-negativ sind, ist auch das Kind Rhesus-negativ. Bei den Kombinationen DD, Dd und dD wird der Rhesusfaktor hingegen immer vererbt.